Aktionsplan „Schwimmen lernen"

in Nordrhein-Westfalen 2019 bis 2022

Mit einem umfangreichen Maßnahmenpaket will die Landesregierung die Schwimmfähigkeit von Kindern und Jugendlichen verbessern.

Zielsetzung
Die Landesregierung will mit dem Aktionsplan „Schwimmen lernen in Nordrhein-Westfalen 2019 bis 2022“ die Schwimmfähigkeit der Kinder in Nordrhein-Westfalen deutlich stärken.
Der Aktionsplan ist Ende April vom Landeskabinett gebilligt worden und steht im Einklang mit den gemeinsamen Empfehlungen für den Schwimmunterricht in der Schule, die von der Kultusministerkonferenz, der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft und dem Bundesverband zur Förderung der Schwimmausbildung im September 2017 verabschiedet wurden.
Gemeinsam mit Kommunen, Kommunalen Spitzenverbänden, dem Landessportbund Nordrhein-Westfalen, den Schwimmsport treibenden Verbänden und weiteren Partnern soll der Aktionsplan nun Schritt für Schritt umgesetzt und weiterentwickelt werden.

Die Maßnahmen im Einzelnen

Anpassung der Lehrpläne
Im Lehrplan Sport für die Grundschule ist der Schwimmunterricht mit einem Umfang eines vollen Schuljahres mit mindestens einer Wochenstunde (ca. 30 Minuten Wasserzeit) obligatorisch festgelegt.
In der Sekundarstufe I gehört Schwimmen ebenfalls zum Pflichtprogramm des Sportunterrichts.
Im Rahmen der anstehenden Weiterentwicklung der Lehrpläne für die Grundschule und die Sekundarstufe I werden die Vorgaben zum Schwimmen an die Empfehlungen der Kultusministerkonferenz angepasst. Danach sollte jedes Kind nach Möglichkeit am Ende der Grundschulzeit, spätestens am Ende der Klasse 6, sicher schwimmen können.
Erweiterung und Ausbau des Programms
Das Landesprogramm gibt es seit 2008 und bietet Schülerinnen und Schülern der Klassen 3 bis 6, die nicht schwimmen können, die Möglichkeit, in den Oster-, Sommer- und Herbstferien an zweiwöchigen Schwimmkursen teilzunehmen. Partner des Landes sind die Unfallkasse NRW, die AOK Rheinland/Hamburg, die AOK NORDWEST und der Landessportbund Nordrhein-Westfalen.
Das Landesprogramm wird auf die Jahrgangsstufen 1 und 2 ausgeweitet.
Kompaktkurse werden an Nachmittagen und Samstagen ermöglicht.
Die Zuschüsse des Landes werden ab den Sommerferien 2019 pro Kurs von 250 auf 350 Euro erhöht.
Der Eigenanteil der Eltern und Erziehungsberechtigten bleibt wie bisher bei 10 € pro Kurs.
Schwimmassistenzpools ab 2019
Für den Aufbau von Schwimmassistenzpools und den Einsatz von Schwimmassistenzen werden interessierten Kommunen, Verbänden und Bünden, die mit Kommunen kooperieren, finanzielle Hilfen zur Verfügung gestellt. Anträge können über das Förderprogramm Sportplatz Kommune beim Landessportbund NRW gestellt werden.
Die Einhaltung einheitlicher Mindeststandards bei der Qualifikation von zukünftigen Schwimmassistenzen ist Voraussetzung für die Förderung.
Ausbau von Fort- und Weiterbildung ab 2019
Die bestehenden Fortbildungsmaßnahmen für Lehrerinnen und Lehrer zum Anfängerschwimmen in der Grundschule werden fortgeführt und auf die Lehrkräfte der Sekundarstufe I ausgeweitet.
Für pädagogische Kräfte von Kitas und offenen Ganztagsschulen werden Qualifizierungsangebote zum Anfängerschwimmen entwickelt und angeboten.
„Woche des Schulschwimmens“
Die „Woche des Schulschwimmens“ gibt interessierten Schulen aller Schulformen und Schulstufen die Möglichkeit, das Schwimmen und Bewegen im Wasser über den schulischen Schwimmunterricht hinaus in einer Kompaktwoche durch tägliche Wasserzeiten in Bädern vor Ort intensiv zu fördern.
Pilotkommune für die erste Woche des Schulschwimmens in Nordrhein-Westfalen war 2019 Essen.
Für die Folgejahre wird angestrebt, die Schulschwimmwoche in weiteren Kreisen und Kommunen anzubieten. Diese Möglichkeit haben trotz Corona-bedingter Einschränkungen folgende Kommunen genutzt: Oberhausen, Wuppertal und die Kreise Iserlohn und Steinfurt im Jahr 2021, Dortmund und Bochum im Jahr 2022.
Fortführung des Austausches mit den Badbetreibern
Die Möglichkeiten zur regelmäßigen Nutzung ausreichender Wasserflächen für das Schulschwimmen, aber auch für die Schwimmsport treibenden Vereine und Verbände, ist eine wesentliche Voraussetzung, damit alle das Schwimmen erlernen. Gleichwohl wird deutlich, dass sich der Zugang zu vorhandenen Schwimmflächen in den Regionen des Landes unterschiedlich darstellt.
Mit der Webseite www.baederleben.de wurde im Rahmen eines Forschungsprojektes 2021 eine bundesweit einheitliche Baderhebung geschaffen. Zur Pflege der Webseite werden laufend Badpaten gesucht.
Das Land Nordrhein-Westfalen wird gemeinsam mit den Badbetreibern einen Dialog führen, wie vorhandene Wasserflächen dauerhaft erhalten und für das Schulschwimmen genutzt werden können. Eine wichtige Rolle spielt dabei auch die Optimierung bzw. die Effizienzsteigerung bei der Nutzung der Wasserzeiten. Dies wurde beispielsweise auf dem Schwimmkongress 2021 thematisiert.
Durchführung eines Kongresses im Jahr 2021
Der Kongress „Schwimmen lernen in Nordrhein-Westfalen“ behandelt aus Sicht der Wissenschaft und Praxis die grundlegenden Themen für eine erfolgreiche Bewältigung der Herausforderung „Schwimmen lernen in Nordrhein-Westfalen“. Im Rahmen eines Kongresses werden die ersten Ergebnisse der Maßnahmen des Aktionsplans vorgestellt und weitere Ideen entwickelt.
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Auszeichnung guter Praxis im Rahmen des Kongresses
In Nordrhein-Westfalen gibt es bereits vielfältige, regional erfolgreiche Initiativen, Projekte, Programme, die die Wassergewöhnung in der Kita und den schulischen Schwimmunterricht unterstützen.
Initiativen, Projekte und Programme wurden während des geplanten Schwimmkongresses 2021 vorgestellt.
Evaluation des Aktionsplans
Nordrhein-Westfalen wird durch Abfrage der Schwimmkompetenz in Schulen die Schwimmleistungen erstmals im Jahr 2022 erheben.