40. Internationaler Kongress Nachwuchsleistungssport NRW

 

24.04.2026

Andrea Milz sowie vier weitere Personen vor einer Bühne mit Aufstellern zur Bewerbung KölnRheinRuhr

Der Kongress Nachwuchsleistungssport 2026 an der Deutschen Sporthochschule Köln ist erfolgreich zu Ende gegangen. Die zweitägige Veranstaltung brachte Wissenschaft, Praxis, Verbände, Schulen und Politik zusammen und setzte wichtige Impulse für die Weiterentwicklung des Nachwuchsleistungssports in Nordrhein-Westfalen und darüber hinaus. Mit über 550 Teilnehmenden bot die Jubiläumsausgabe unter dem Motto „Qualitätsentwicklung im Nachwuchsleistungssport – Wissenschaft, Qualifizierung und Wirksamkeit in der Praxis“ eine erstklassige Plattform für den Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis.

Fotos: LSB NRW / Andrea Bowinkelmann 

Ein Höhepunkt gleich zu Beginn des Kongresses war die hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion „Olympische und Paralympische Spiele im eigenen Land“. Mit Staatssekretärin für Sport und Ehrenamt Andrea Milz, Anja Surmann (Vorsitzende des Behinderten- und Rehabilitationssportverbands Nordrhein-Westfalen und Vizepräsidentin des Deutschen Behindertensportverbandes und Nationalen Paralympischen Komitees), Stefan Klett (Präsident des Landessportbundes Nordrhein-Westfalen) und Otto Fricke (Vorstandsvorsitzender des Deutschen Olympischen Sportbund) kamen zentrale Akteurinnen und Akteure der Politik und des organisierten Sports zusammen. Die Diskussion überzeugte durch ihre fachliche Tiefe und klare Perspektiven: Deutlich wurde das enorme Potenzial Olympischer und Paralympischer Spiele im eigenen Land – sowohl für die Nachwuchsförderung als auch für die gesellschaftliche Bedeutung des Sports insgesamt.

Besondere Dynamik erhielt die Gesprächsrunde durch den unmittelbar zuvor erzielten Bürgerentscheid zur Bewerbung der Region KölnRheinRuhr. Mit 66 Prozent Zustimmung setzte die Bevölkerung ein starkes Signal für mögliche Olympische und Paralympische Spiele in den Jahren 2036, 2040 oder 2044. Dieses klare Votum wurde im Rahmen des Kongresses als Ausdruck breiter gesellschaftlicher Unterstützung und als wichtiger Impuls für die Weiterentwicklung des Sportstandorts Deutschland gewertet. 

Im weiteren Fokus standen die interdisziplinäre Betrachtung von Verletzungen im Mannschaftssport sowie psychologische und physiologische Einflussfaktoren, etwa neue Erkenntnisse zum Mikrobiom und zur mentalen Verarbeitung von Verletzungen. Auch gesellschaftlich relevante Themen wurden intensiv behandelt, darunter die Förderung von Autonomie und Persönlichkeitsentwicklung im Leistungssport sowie nachhaltige Strategien zur Nachwuchsgewinnung im Para Sport. Dabei wurde die Bedeutung gezielter Talentsichtung und struktureller Zugänge für mehr Chancengleichheit deutlich.

Ein Highlight des Kongresses war das neue Format „Meet the Expert“. In diesem interaktiven Rahmen konnten Teilnehmende in den direkten Austausch mit ausgewiesenen Expertinnen und Experten treten. Ob Führung im Nachwuchsleistungssport, Trainingssteuerung in Team- und Individualsportarten oder Fragen der Verletzungsprävention und des Return to Sport – die Gespräche zeichneten sich durch hohe Praxisnähe, Offenheit und unmittelbaren Mehrwert aus. Gerade die Möglichkeit, individuelle Fragestellungen zu diskutieren und von konkreten Erfahrungen zu profitieren, wurde von den Teilnehmenden als äußerst gewinnbringend hervorgehoben.

Ergänzt wurde das Programm durch zahlreiche Workshops, die aktuelle Entwicklungen praxisnah vermittelten. Themen wie Talentsichtung in Schule und Verein, duale Karrierewege, Digitalisierung im Training, sportartspezifische Diagnostik oder auch Ernährung und Nachhaltigkeit zeigten die Vielschichtigkeit moderner Nachwuchsförderung. Innovative Ansätze – etwa der Einsatz von KI in Diagnostik und Trainingsplanung – verdeutlichten zudem, wie stark sich der Leistungssport im Wandel befindet.

Der 40. Kongress Nachwuchsleistungssport unterstrich die Bedeutung des kontinuierlichen Austauschs zwischen Forschung und Praxis für eine zukunftsfähige Nachwuchsförderung. Veranstalter waren die Staatskanzlei NRW, das Deutsche Forschungszentrum für Leistungssport, die Trainerakademie Köln und der Landesportbund NRW.